Wir bauen eine Pergola
Wir bauen eine Pergola:
Die Pergola kommt ursprünglich aus den südlichen Ländern und dient als Gerüst für
Kletterpflanzen und zum Spenden von Schatten.
Das Material für die Pergola ist bei uns meistens Metall oder Holz.
Wir beschränken uns hier auf den Werkstoff Holz, da Holz recht leicht zu bearbeiten
ist und wenn es richtig behandelt wurde, auch sehr dauerhaft ist.
Unter dem Begriff „Gartenholz“ gibt es eine große Auswahl verschiedener Hölzer für die Gartengestaltung. Leider sind diese Hölzer immer etwas unterdimensioniert und auch die Imprägnierung ist nicht immer ordnungsgemäß ausgeführt, so dass sie nur wenige Jahre halten.
Wir befassen uns hier mit dem Eigenbau einer Pergola aus Nadelschnittholz, in der
Regel Kiefer oder Fichte. Vor Beginn der Arbeiten muss klar sein, wo die Pergola hinkommen soll, ob sie einreihig oder zweireihig (Laubengang) sein soll und wie sie letztendlich aussehen soll.
Als Beispiel soll uns eine zweireihige Pergola dienen. An ihr sollen verschiedene Pflanzen hochranken, sie soll als Bindeglied zwischen Haus und Gartenhaus dienen
und sie soll eine Heizleitung zur Poolbeheizung und verschiedene Kabel aufnehmen.
Als Erstes wird der zukünftige Standort für die Pergola auf gemessen und eine Skizze angefertigt (Bild 1). Es muss keine professionelle Zeichnung sein. Eine Skizze auf Millimeterpapier reicht meistens aus. Wichtig ist, dass die Abstände der Reiter, der Stiele und die Höhe der Kopfbänder gleichmäßig sind und die Proportionen insgesamt stimmen. Dazu passend müssen natürlich auch die Querschnitte der Hölzer sein. Gut macht sich auch die Anfertigung einer Stückliste (Bild 2). Damit behält man den Überblick und man kann leicht kontrollieren, ob man auch alle Hölzer zugerichtet hat.
In unseren Fall haben wir für die Stiele und Streben 80 x 80 mm, für die Pfetten 80 x 100 mm, für die Reiter 60 x 80 mm und für die Kopfbänder 60 x 60 mm Nadelschnittholz (sägerau) verwendet. Alle Hölzer wurden dann gem. Zeichnung auf Länge bzw. auf Gehrung geschnitten. Ebenso wurde mit den Brettern für die Aufnahme der Heizleitung und der verschiedenen Kabel verfahren. Für die Bodenbefestigung wurden Einschlaghülsen (Bild 3 und 4) verwendet. Dem entsprechend mussten die Stiele im Fußbereich auf 70 x 70 mm gehobelt werden. Ansonsten wurden alle Hölzer mit einem elektrischen Handhobel einmal übergehobelt und angefast.
Hat man alle Hölzer zugerichtet, geht’s an den Holzschutz. Alle Hölzer werden 1 x mit einer Holzschutz-Grundierung satt gestrichen (Trocknungszeiten beachten).
Danach erfolgen mindestens 2 Anstriche mit einer Holzschutzlasur bzw. –farbe.
Sehr wichtig sind auch die Stirnseiten der Hölzer. Diese müssen ggf. 1 x mehr gestrichen werden.
Nun ist es soweit, die Montage kann beginnen. Als Erstes werden Schnüre mit den Außenmaßen der Pergola gespannt. Gem. unserer Zeichnung werden nun die Einschlaghülsen für die Befestigung der Stiele in den Boden eingeschlagen. Das geht mit einem Feustel oder einen kleinen Vorschlaghammer und einem Stück Holz, das in locker in die Hülse passt, sehr gut. Dabei ist unbedingt auf die Flucht (an der Schnur anliegend) und auf eine gleichmäßige Höhe zu achten. Ist alles nach Plan verlaufen, können nun die Stiele in die Einschlaghülsen gesteckt werden. Wenn man schon etwas handwerklich geübt ist, kann man nunmehr die Pfetten auflegen und die Stiele ausrichten und mit Schraubzwingen und kleinen Brettchen provisorisch befestigen.
Ist man noch nicht ganz so geübt, ist es sicherer, die Stiele mit langen Latten und chraubzwingen kreuzweise zu verschwerten und auszurichten. Danach können nunmehr die Pfetten auflegt werden (Bild 5). Bei dieser einfachen Pergola kann getrost auf eine zimmermannsmäßige Holzverbindung (Schlitz und Zapfen) verzichtet werden. Schraubverbindungen sind völlig ausreichend. So genannte Schraubenlöcher an der Oberseite der Pergola, in denen das Wasser stehen bleiben kann, sind zu vermeiden.
Eine weitere Montagehilfe sind 4 Latten als Abstandshalter, Länge 678 mm zwischen den Stielen im oberen Bereich (Bild 6). Wenn lange Schraubzwingen zur Verfügung stehen, kann man nun die Stiele zusammenziehen. Nochmals das Lot und den Abstand überprüfen und dann die Streben einbauen (auf gleiche Höhe achten und wechselseitig). Hat man keine langen Schraubzwingen, kann man sich auch mit Zurrgurten behelfen.
Sind diese Arbeiten erledigt, können nunmehr die Pfetten verschraubt werden. In unserem Falle kann nun auch der Rohrkasten montiert werden. Darauf soll aber nicht näher eingegangen werden, da die Rohr- und Kabelverlegung in einer Pergola eher die Ausnahme ist. Bei unserer Pergola hat sich das angeboten, da im angrenzenden Gartenhaus die Filteranlage und der Wärmetauscher für die Solaranlage steht und damit der Pool mit überschüssiger Wärme beheizt werden kann. Das ist natürlich eine optimale Lösung und es sind keine Kabel und Leitungen sichtbar und außerdem immer gut geschützt. Jetzt können die Kopfbänder eingeschraubt werden und anschließend werden die Reiter auf den Pfetten bzw. Rohrkasten befestigt. Die Reiter sollten schon im Bereich der Pfetten ausgeklinkt werden. Das macht zwar etwas Mühe, aber die Pergola wird dadurch stabiler (Bild 7).
Die Bilder 8 und 9 zeigen die Gesamtansicht.




